Zwischen den Weltkriegen wurden unter Regie des Hamburger Baudirektors Fritz Schumacher rund 30 Schulgebäude aus Backstein errichtet und trotz instabiler politischer Verhältnisse und Wirtschaftskrisen in wenigen Jahren über das gesamte Stadtgebiet verteilt. 
Eine Gruppe aus Kunstschaffenden der Hamburger Moderne wurde damals eingeladen, die ungewöhnlichen Bauten bis zu ihrer Fertigstellung durch Wandbilder zu ergänzen. Für viele von ihnen brachen in den kommenden Jahren verheerende Zeiten an, andere konnten sich arrangieren.​​​​​​​ 
Zwei der entstandenen Werke werden im Laufe dieses Dokumentarfilms konserviert und wiederhergestellt: Gretchen Wohlwills Wandbild im Emilie-Wüstenfeld-Gymnasium und das Wandbild von Otto Thämer in der Schule auf der Veddel.​​​​​​​​​​​​​​

Zwischen Ausdruck und Spardruck:
# Fritz Schumachers Schulbauprogramm der Weimarer Zeit
Das Schulbauprogramm bildet Schumachers zweite Schaffensphase in Hamburg, in der er nach dem Ersten Weltkrieg auch die äußeren Gebiete der Stadt ausgestaltete: 34 als große "Volkshäuser" entworfene Schulen sollten inmitten der neuen Großwohnsiedlungen gebaut werden. Ton in Ton entfalteten sie eine durchgängig verklinkerte Bildungslandschaft zwischen expressiver Formung und Neuem Bauen im Hamburg der Weimarer Republik - einer die Innenstadt überwachsenden Metropole, die sich durch ihre Architektur in den 1920er Jahren trotz Budgetzwang reformieren wollte. Dafür vollzog Schumacher einen Stilwandel weg von der konservativen Bauweise der Kaiserzeit und hin zu einem funktionalen Bauen. Entgegen politischen Drucks lehnte er dabei die "törichte Etikette" der Sachlichkeit ab und versuchte in seinen Häusern die "Isolierung der Architektur von den anderen Künsten" zu lösen -  sie sollten direkt in die Räumlichkeiten und damit den Schulalltag eingebaut werden. So zogen wider aller Sparmaßnahmen neben Werkräumen für Holz-, Metall- oder Handarbeit auch kunstvolle Trinkbrunnen, Keramiken, Skulpturen, Fliesen- und Glasmalereien in die lichtdurchfluteten Treppenhäuser und Korridore.
# Wandbilder in Hamburger Staatsbauten​​​​​
Der Stadtplaner war jetzt bestens vernetzt mit den neuen Protagonisten des Bauens, aber auch den Kunstschaffenden dieser Zeit, die er durch sein gewaltiges Bauvorhaben in den öffentlichen Raum rücken wollte: Eine Gruppe aus Malerinnen und Malern aus der Hamburger Kunstszene wurde beauftragt, von 1925 bis 1933 großformatige Wandbilder in den noch im Bau befindlichen Schulen zu erstellen. Bei ihrer feierlichen Eröffnung überraschten die modernen Gemälde in den Innenräumen und riefen im Publikum großes Interesse, aber auch Ablehnung hervor.
In zwei der durch Wandbilder ergänzten Schulen spielt dieser Dokumentarfilm: Dem Emilie-Wüstenfeld-Gymnasium im Nordwesten der Stadt, das zu Anfang des Schulbauprogramm entstand und dessen Wände durch Gretchen Wohlwill gestaltet wurden, und der Schule auf der Veddel im Südosten der Stadt, mit der das Programm bei Fertigstellung von Otto Thämers Wandbild schließlich endete - Fritz Schumacher und einige in den fertigen Gebäuden arbeitenden Lehrkräfte wurden 1933 von den Nationalsozialisten zwangspensioniert. Die neue nationalsozialistische Stadtverwaltung (und bereits vorherige rechte Kreise) bekämpfte das moderne Schulsystem und den Stil der Weimarer Zeit. Die Schulen aus dem Bauprogramm nahmen im Zweiten Weltkrieg Schaden, überstanden durch ihre massive Bauweise jedoch größtenteils die Luftangriffe. In ihnen begannen die Nationalsozialisten aber bereits vor Kriegsausbruch mit der Zerstörung, indem sie die nicht in ihre Ideologie passenden Wandbilder mit Stoff verhängen, übermalen oder von der Wand kratzen ließen. Die expressionistischen Motive wurden als "entartet" deklariert, andere aus antisemitischen Gründen aus dem Sichtfeld genommen - ein paar von ihnen ließen sich wiederum in die Vorstellungen des Regimes integrieren und sollten erstmal unberührt bleiben. 
Fotocollage EWG
Der Ausbau des Emilie-Wüstenfeld-Gymnasiums unter Regie von Fritz Schumacher aus dem Jahr 1928 erhebt sich mit fünf Geschossen, dezent geschmückten Klinkerfassaden und einem vorgelagerten Schulhof luftig zwischen den breiten Straßenzügen und dicht bebauten Wohnquartieren von Hamburg-Eimsbüttel. Es ist eine monumentale Erweiterung des deutlich kleineren Hauptgebäudes zu Beginn des Schulbauprogramms und erinnert noch an die freundliche Reformarchitektur aus Schumachers erster Schaffensphase - der Backstein ist in einem warmen und hellen Ton gebrannt, festlich verziert und in alter Manier mit dem Mansardwalmdach und Fledermausgauben abgerundet. Der stattliche Schulbau blieb im Zweiten Weltkrieg äußerlich unbeschadet, das Innere erzählt aber eine andere Geschichte: Die Kunstlehrerin der Schule, Gretchen Wohlwill, erstellte 1931 als eine der ausgewählten Kunstschaffenden im Auftrag Schumachers ein mehrteiliges Wandgemälde im Treppenhaus. Die Malerin war jüdischer Abstammung - bereits kurz nach ihrer Kündigung im Jahr 1933 wurde ihr Werk mit Motiven des NS-Regimes überdeckt. Erst 60 Jahre später wurde es auf Initiative von Wohlwills Verwandten und Förderkreisen von der dicken Farbschicht befreit und ist nun wieder Bestandteil des regen Schulalltags in einer der größten Gymnasien Hamburgs, wo wir es in diesem Film auch vorfinden.
Fotocollage SADV
Zentral in die Baublöcke der Großwohnsiedlung gebettet, liegt die Schule auf der Veddel geschützt zwischen Wettern, Deichen und Kanälen, die das große Backstein-Ensemble vom Stadtzentrum und den weiteren Elbinseln trennen und als eigenständige "Isola" kennzeichnen. Am 4. April 1932 eingeweiht bildet sie eines der letzten Bauwerke von Fritz Schumacher vor seiner Entlassung aus dem Amt im Folgejahr. Mit ihren 38 Klassenräumen, Zeichen- und Gymnastiksaal, Turnhalle, Theaterbühne, zwei Hausmeisterwohnungen, einer öffentlichen Bücherhalle und einer hauseigenen Zahnklinik wurde sie aber auch zum größten Hamburger Volksschul-Bauprojekt vor dem Zweiten Weltkrieg und galt als modernste Volksschule der Stadt. Schumacher plante sie als Herzstück der Veddel: "An den Schulbau schließt sich der öffentliche Spielplatz dieses Stadtteils, so dass sich inmitten der hohen Häuserblocks ein offener Raum bildet, den die Schule beherrscht und der dem ganzen Quartier eine Art Mittelpunkt gibt." Der Baustil hat sich zu diesem Zeitpunkt in seiner Funktionalität und kubischen Gliederung weit von seiner ersten Schaffensphase entfernt und schließt das Schulbauprogramm glatt, schlicht, lichtdurchflutet, mit modernem Flachdach und dunkler Klinkerfassade in kühlen Tönen ab. Gleich fünf der letzten Aufträge für Wandbilder wurden für die Schule auf der Veddel erteilt - Sie häuften sich hier, weil es erstmal keine weiteren Neubauten geben würde. Paul Kayser, Eduard Hopf, Eduard Kasper, Arnold Fiedler und schließlich Otto Thämer sollten sie gestalten. Auch hier ließen die Nationalsozialisten nach ihrer Machtergreifung ein modernes Motiv auf Grund von "Anstößigkeit" verschwinden - Hopfs "Badende" im Flur wurden dauerhaft zerstört. Unbeschadet blieben die anderen Motive aber auch nicht- der Verbleib von Thämers Monumentalbild im Gymnastiksaal wird in diesem Film geklärt. 
WANDBILD GRETCHEN
Gretchen Wohlwill
1878 - 1962
Die Mitbegründerin der Hamburgischen Sezession und ausgebildete Kunsterzieherin wurde in einer liberalen jüdischen Akademikerfamilie im Grindelviertel unweit vom Emilie-Wüstenfeld-Gymnasium groß, in der sie sich von 1910 bis 1933 als Kunstlehrerin den Lebensunterhalt verdiente. So konnte sie vor dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs reisen und in Paris bei Henri Matisse studieren. Vom expressionistisch anmutenden "Akt im Sessel" bis zu den impressionistischen Lichtflecken ihres "Wirtshausgartens" - der pastellige Malstil hat ausdrucksstarke Pinselstriche, helle Farbigkeiten und von der französischen Avantgardekunst geprägte, neuartige Formen.
Sie war ab 1919 eines von 55 Gründungsmitgliedern der Sezession, die sich nach dem Ersten Weltkrieg für Raum und Anerkennung der Bildenden Künste in der Handelsmetropole einsetzte und neue Treffpunkte für Kunstschaffende schuf. Ihre Beiträge wurden mit den Werken weitere Mitglieder in Jahresausstellungen in der Hamburger Kunsthalle und später auch im Austausch anderer Sezessionen in Nürnberg Städten gezeigt. Die letzte Ausstellung der Hamburgischen Sezession wurde am 30. März 1933 auf Anordnung einer dem Reichspropagandaministerium zugehörigen Stelle aus Berlin polizeilich geschlossen. Es handelte sich um die erste Ausstellungsschließung der Nationalsozialisten, der noch eine Reihe anderer folgen sollten. bis sich die Gruppe unter der NS-Diktatur 1933 selbst bestimmt auflöste.
1940 emigrierte sie nach Portugal. Nach zwölf Jahren Exil kehrte sie 1952 nach Hamburg zurück.
Eine kleine Auswahl von Gemälde "Wirtshausgarten" kann heute noch in der Hamburger Kunsthalle betrachtet werden und ihr Wandbild im EWG Gymnasium wurde wieder frei gelegt und im Laufe des Dokumentarfilms anschaulich restauriert.​​​​​​​
Bekannt vor allem als Gründungsmitglied der „Hamburgischen Sezession“, einer Künstlervereinigung, die von 1919 bis 1933 die Kunstszene Hamburgs aufmischte.  Als Künstlerin war Wohlwill zunächst am Impressionismus geschult und hatte an der Kunstschule Valesca Rövers unter anderem bei Ernst Eitner, dem „Monet des Nordens“, gelernt. Nach Studienreisen, die sie schon in jungen Jahren und später wiederholt nach Paris führten, wo sie bei Henri Matisse studierte, entwickelte sie einen zunehmend kubistischen Stil. In diesem Stil malte Wohlwill zwei Wandgemälde im Treppenhaus der EWS, für die Oberbaudirektor Fritz Schumacher ihr 1931 den Auftrag erteilt hatte. Thematisch orientieren sich die Bilder an der damaligen Mädchenbildung: „Pflege der Natur“ zeigt zwei jugendliche Mädchen bei der Gartenarbeit, „Die Geigerin“ veranschaulicht das Musizieren und Lesen. Den lasierenden, gebrochenen Farbauftrag kennen wir von Cézanne, während uns das Gesicht der Geigerin zudem an die Frauen bei Picasso erinnert.
Otto Thämer
1892 - 1975
Otto Thämer, geboren in Altona, absolvierte an der dortigen Kunstgewerbeschule und weiter in der Unterrichtsanstalt des Kunstgewerbemuseums Berlin seine Ausbildung, bevor er an den Kunstakademien von Berlin, München, Rom und Paris eine internationales Studium genoss, das er für seine malerische Ausgestaltung von norddeutschen Landschaften, Hafenszenen und Fresken nutzte.
1918 trat er dem Altonaer Künstlerverein bei, 1920 der Hamburgischen Künstlerschaft. Es folgte eine Reise nach Italien, wo er in den 1920er Jahren auch Notgeld illustrierte.
Zurück in seiner Heimat gehörte er 1926 zu den Gründungsmitgliedern der Künstlergruppe “Die Warft” aus Schleswig-Holstein, die bis 1930 bestand.
WANDBILD OTTO

zum Film: